Mit 88 Jahren plötzlich Vampir

„Du bildest dir was ein!“, krächzte Traudel, räusperte sich und fuhr lauter fort: „Aber ich hab in meiner Jugend Dracula mit Bela Lugosi gesehen, und glaub mir, du bist kein Bela Lugosi.“

„Da du so eine Expertin bist in Sachen Vampire, bleibt mir nur zu sagen: Viel Spaß!“ Er verbeugte sich spöttisch und trat hinaus.

Neues von meinen Vampys! No Pflock ist zwar gerade auf der Suche nach einem neuen Verlagszuhause, aber bis dahin können Fans Spaß mit der Kurzgeschichte „Alt, aber mörderisch“ haben. Die ist gerade in der Vampir-Anthologie „Verbissen“ vom Silvanus Verlag erschienen. Die Händler sind noch etwas bockig und bieten aktuell allein das E-Book an. Bei mir ist heute allerdings das Buchpaket direkt von der Druckerei ins Haus geflattert – oder eher: gepoltert. Ich hab nämlich einige Vorbestellungen gehabt. Deshalb war das Ding zu schwer für mich als Bandscheibenpatientin, um es in den zweiten Stock zu tragen. So musste ich mein Unboxing-Video für Instagram im Treppenhaus machen. Es war nur gut, dass die Nachbarn nicht vorbei wollten. Das wär mir etwas peinlich geworden.

Natürlich erstmal an der Druckerfarbe schnüffeln. Meine Kurzgeschichte beginnt auf S. 227

Zum Inhalt

Mit 88 plötzlich Vampir – was nun? Das schmerzfreie unsterbliche Leben voll auskosten, meint Traudel. Und dabei Rache nehmen an all ihren Feinden, von der betrügerischen Rommee-Freundin bis hin zum Lieferdienst, der immer ihr Mittagessen kalt werden lässt. Für alle, die einen kleinen Vorgeschmack auf meine Welt wollen, und solche, die sich schon immer gefragt haben, wie es Ravics anderem Versuchskaninchen erging.

Ich hatte ja etwas Sorge, dass die Geschichte für sich allein genommen nicht wirkt. Denn das Rätsel, warum Ravic – dessen Namen Traudel nie erfährt – tut, was er tut, wird natürlich erst im Buch aufgelöst. Das aktuell vergriffen ist. Das Lektorat war zum Glück der Meinung, dass man auch so damit Spaß haben kann, und erste Rückmeldungen von Leser*innen machen ebenfalls Mut. Die Idee kam mir, weil eine Rezensentin nach der Lektüre von No Pflock forderte, mehr von ihrem „Spirit Animal“ Traudel lesen zu können. Von der kriegt man ursprünglich nur ein paar Sätze aus der Sicht ihres Meisters mit (Spoiler für das Ende der Kurzgeschichte!):

Was gerade noch so los ist

  • Literarisch bin ich gerade voll im Flow. Erstens habe ich mein modernes Märchen trotz aller Widrigkeiten beendet, überarbeitet und an meine Testlesenden geschickt.
  • Parallel kam das Lektorat meines Cosy Crime vom Verlag zurück. Ein ganz neues Kapitel musste her, denn der Schluss war zu abrupt. Jetzt wird bereits am Cover gebastelt. Ich hoffe, dass ich hier bald noch eine Veröffentlichung verkünden kann.
  • Ich recherchiere an einer etwas abgedrehten Romanidee mit historischen und magischen Elementen und muss dafür so viel über die Reformation lesen!
  • Dafür wartet aktuell keinerlei Deadline, nicht mal eine langfristige. Ich überlege, ob ich das geheime Herzensprojekt weiterschreiben will, den zweiten Band von No Pflock (ja, es ist mittlerweile eine Trilogie) oder die Alternate History, die sich am meisten nach Spaß anfühlt. Meinungen gerne in die Kommentare.
  • Mein Daumen ist operiert und endlich wieder beweglich, muss aber jetzt über ein halbes Jahr Muskelschwund aufarbeiten.
  • Bei meiner Mama ist ein süßer Hund aus dem Tierschutz eingezogen: Kara, etwa sieben Jahre, ein wilder Mix und etwas schüchtern. Ich will bald heimfahren und sie besser kennenlernen.
  • Und das alles kann leider nicht übertünchen, dass ich gerade aus über drei Monaten Erkältung komme, mich langsam aus einer depressiven Episode kämpfe und die Therapie aktuell sehr anstrengend ist. Aber mit meinem Mann an meiner Seite (es fühlt sich immer noch toll an, ihn so zu nennen) steh ich das durch!

Und hier noch der Klappentext von „Verbissen“

Sie krochen nachts aus ihren Verstecken, als Nebelschwaden oder Fledermäuse. Terrorisierten ganze Dörfer mit ihrer Gier nach Blut und Jugend. Lebten auf alten Burgen, schliefen in Särgen.

Doch das war einmal.

Heutzutage ist das ewige Leben erstaunlich verbissen, wenn Blutersatzprodukte ausgehen, es Termine für die Fangzahnpflege nur bei Tageslicht gibt oder einer geregelten Arbeit nachgegangen werden muss.  Sei es bei der Verbrechensbekämpfung, im Immobiliengeschäft oder dem Tourismuswesen. Nicht zu vergessen die großen Fragen des Lebens: Heiraten, Kinder kriegen, alt und pflegebedürftig werden.

In 12 Texten beißen sich Vampire an den Tücken des Alltags die Zähne aus.

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