Schreiben ist Medizin

Das ist meine feste Überzeugung (und damit bin ich nicht alleine – sorry, der vollständige Artikel der Federwelt ist hinter einer Paywall. Zum therapeutischen Schreiben abseits des Autor*innendaseins gibt es noch mehr online). Ob ich bewusst Tagebuch schreibe, um zu verarbeiten, oder unbewusst Ängste und Sorgen in meine Geschichten einfließen lasse. Schreiben ist therapeutisch, nicht nur, wenn meine Therapeutin mich auffordert, die Erinnerungen an ein Kindheitstrauma aufzuschreiben.

Schreiben hilft mir

  • meine Gedanken zu ordnen.
  • mir bewusst zu werden, wo der Kern meiner Probleme ist, und sie in Perspektive zu rücken.
  • Ängste zu bändingen – was ich ausdrücken kann, ist nicht mehr so gefährlich wie vorher. Es wird greifbarer, besiegbar.
  • andere Blickwinkel zu finden, andere Menschen und mich besser zu verstehen.
  • spielerisch Lösungsstrategien zu entwickeln.
  • ohne reale Konsequenzen verrückte Dinge auszuprobieren.
  • mich abzureagieren, Wut rauszulassen, ohne anderen zu schaden.
  • meinen Horizont zu erweitern und neue Ideen zu entwickeln. Ich sehe mehr Möglichkeiten, wie die Welt sein könnte.
  • den Alltag spannend zu gestalten.
  • mich an Gutes und Schönes zu erinnern und es mit anderen zu teilen.
  • zu heilen.

Nicht alles muss für die Veröffentlichung bestimmt sein, überhaupt nicht. Aber jedes Wort, das der Stift aufs Papier bringt, tut gut. Ich weiß, dass es ein großes Privileg ist, diese Option zu haben, spätestens seit ich mal so tief in der Depression war, dass ich meine eigene Schrift nicht mehr lesen konnte.

Viele Menschen trauen sich nicht, zu schreiben, glauben, sie müssten sich irgendwie hochgestochen ausdrücken. Aber es muss ja niemand sehen. Es wird dir trotzdem guttun. Zum Beispiel ein Gute-Laune-Kalender: Jeden Abend vorm Einschlafen wenigstens eine Kleinigkeit finden, die schön war. Ob der große Traumjob oder ein Vogel, der in einer Pfütze badet, oder ein Stück Schokolade. Probier’s mal aus!

2 Kommentare zu „Schreiben ist Medizin“

  1. Prima, Andrea.
    Nachdem ich hitzebedingt in den letzten Tagen nur noch im dunklen, kühlen(?) Zimmer vor mich hin vegetiert habe, ohne ein Wort zu schreiben, hab ich mich jetzt einfach mal in die Arktis „geschrieben“ mit knirschendem Schnee und frostigen Temperaturen. Aaaah, wie erfrischend. Merci!
    Bleib cool –
    Elli

    1. Oh, das kann ich mir vorstellen. Jetzt denke ich prompt ans Lamar Valley und wie uns da im April 2016 noch der Schnee bedeckt hat <3 Fantasie ist ne tolle Sache.

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